Blog
Den Tieren beim Denken zuschauen :-)
Hier in meinem Blog findet Ihr von Zeit zu Zeit aktuelle Videos und kleine Texte zu unterschiedlichen Trainingsthemen, die wir gerade bearbeiten.
Viel Spaß beim Reinschauen!
Dieses Video zeigt ein Beispiel für Futterhöflichkeit hinsichtlich unterschiedlicher Kriterien (z.B. Dauer und unterschiedliche Reize) Höfliches Verhalten sollte beim Pferd nicht situations- oder signalabhängig auftreten, sondern als kontextübergreifende Grundhaltung etabliert sein. Idealerweise fungiert die Anwesenheit des Menschen selbst als diskriminativer Hinweisreiz für ein respektvolles, kontrolliertes Verhalten. Der Einsatz von Futterlob im Pferdetraining wird nach wie vor kontrovers diskutiert. Häufig wird angenommen, dass das Füttern aus der Hand zwangsläufig zu unerwünschten Verhaltensweisen wie Aufdringlichkeit, Betteln oder Schnappen führt. Aus lerntheoretischer Sicht ist jedoch nicht die Methode an sich problematisch, sondern ihre fehlerhafte Anwendung. Unerwünschtes Verhalten entsteht in der Regel durch unklare Verstärkungskriterien oder mangelndes Training von Impulskontrolle. Richtig angewendet erhöht positives Verstärken – einschließlich Clickertraining – nicht die Aufdringlichkeit des Pferdes, sondern fördert gezieltes und kooperatives Verhalten. Höflichkeit wird im Alltag häufig auf das Ausbleiben offensichtlicher Problembereiche reduziert, etwa dass das Pferd nicht nach Futter sucht oder den Menschen körperlich bedrängt. Versteht man Höflichkeit jedoch als beobachtbares Verhalten, umfasst sie deutlich mehr: Ein höfliches Pferd wahrt den Individualabstand, zeigt keine futterbezogene Eigeninitiative bei Annäherung des Menschen und bleibt unabhängig von der Position des Menschen (frontal, seitlich), der eigenen Bewegung (Stand, Schritt) oder dem Vorhandensein von Futter ruhig und ansprechbar. Vorteile höflichen Verhaltens: verbesserte Aufmerksamkeit und Aufgabenfokussierung präzisere und konsistentere Kommunikation beschleunigter Lernprozess durch klare Verstärkungskontingenzen erhöhte Sicherheit im täglichen Umgang, auch für Personen ohne Trainingserfahrung verbesserte Sicherheit bei der Arbeit an Trainingsgeräten höhere Fairness durch klare, vorhersagbare Regeln positive Außenwirkung gesteigerte Trainingsmotivation und -qualität für Mensch und Pferd Es gibt zahlreiche praktische Gründe, höfliches Verhalten im Kontext von Futterverstärkung gezielt zu trainieren: Aufdringliches oder unkontrolliertes Futtererwartungsverhalten ist nicht nur sozial störend, sondern kann ein relevantes Sicherheitsrisiko darstellen. Was als harmloses Betteln beginnt, kann sich bei Frustration rasch zu aggressivem Verhalten entwickeln. Pferde mit ausgeprägtem Bettelverhalten werden im Stallalltag häufig als problematisch wahrgenommen. Stark futterfokussiertes Verhalten geht nachweislich mit verminderter Aufmerksamkeit für die eigentliche Trainingsaufgabe einher. Inkonsistente oder unklare Fütterungsregeln erhöhen das Stressniveau des Pferdes. Das Training höflichen Verhaltens fördert die Impulskontrolle und stellt damit eine zentrale Grundlage für weiterführendes Lern- und Bewegungstraining dar.
In diesem Video möchte ich euch zeigen, was für einen großartigen körperlichen und mentalen Nutzen das Wippentraining/Turngerätetraining auf Pferde und Ponys haben kann. Bei richtig erlerntem Wippentraining profitieren alle Pferde davon. Folgende Fähigkeiten der Tiere werden in hohem Maße verbessert: Aufbau von Muskulatur (auch stabilisierender Tiefenmuskulatur!) Koordinationsfähigkeit Körpergefühl und Balance Trittsicherheit Selbstbewusstsein Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten und den Menschen

Clinton möchte seit Jahren nicht aufgehalftert werden. Da dies in vielen alltäglichen Situationen allerdings dringend notwendig ist, hat sich seine Besitzerin an mich gewand und wir begannen gemeinsam mit dem Training. Das Video zeigt Ausschnitte aus unseren 7 Trainingseinheiten von je ca. 5-10 Minuten. Lieben Dank an Nadine und Clinton, dass ich Euch dabei begleiten durfte.

Das Setzen von Spritzen ist oft sehr unangenehm und selbst bei gesunden Pferden absolut notwendig, somit unumgänglich und in einigen Situationen sogar lebensnotwendig. Jedes Pferd sollte lernen den Schmerz gelassen hinzunehmen, denn gespritzt wird bei zahlreichen Maßnahmen der Gesundheitspflege- und –kontrolle, wie z. B. Sedierungen vor der Zahnbehandlung, beim Impfen oder bei der Blutabnahme. Wie die entsprechenden Einzelkomponenten (vorbereitende Handlungen, Schmerzreize, Generalisierung und Dauer) trainiert werden können, zeige ich im Video. Wir nutzen wieder einen Kooperator bzw. ein Kooperationssignal, um dem Tier Mitspracherecht und Kontrolle über den Trainingsablauf und später den Behandlungsablauf zu geben. So kann das Pferd aktiv dem entsprechenden Trainingsschritt zustimmen, obwohl ihm bewusst ist, dass es im nächsten Moment unangenehm werden kann. Situation vor dem Training: Beim Spritzen sprang Peggy, meine 8-jährige Shetlandponystute grundsätzlich zur Seite, ließ sich dann aber festhalten und spritzen. Leider existiert dazu kein Vorher-Video. Um ihr die Angst zu nehmen arbeite ich mit einem Kooperator bzw. Kooperationssignal und starte mit einem kleinschrittigen Trainingsaufbau. Das Video zeigt ein Zusammenschnitt aus insgesamt 270 Netto-Trainingsminuten an 16 Tagen und besteht aus 2 Teilen. Teil 1: Spritzentraining im Halsbereich (insgesamt 200 Netto-Trainingsminuten an 11 Tagen) Teil 2: Spritzentraining im Brustbereich ( ab min. 21:40) (insgesamt 70 Nettotrainingsminuten an 5 Tagen)

Schon heute oder morgen kann ein Notfall eintreten und euer Pferd muss sich einen Verband anlegen lassen. Je weniger sich das Pferd dabei bewegt, desto einfacher ist es. Allerdings kann sich ein Verband feucht anfühlen, er kann auf der Haut brennen, knistern oder rascheln, das Pferd bekommt Angst und lässt sich nicht mehr behandeln. Es lohnt sich also, das Verbinden und viele unterschiedliche Reize zu trainieren, bevor der Notfall eintritt. Ihr seht hier das Verhalten der Stute vor dem Training sowie ein Trainingszusammenschnitt aus dem insgesamt 77-minütigen Trainingsverlauf verteilt auf 7 Tage. Trainiert wird meine 8-jährige Haflingerstute „Leni“.

Entspanntes, kooperatives Stillstehen des Pferdes ist bei dem Einsatz von Diagnostikgeräten (z.B. Röntgen oder Ultraschall) besonders wichtig, denn die Geräte sind in der Regel sehr teuer, so dass schnell ein hoher Schaden verursacht werden kann. Folgende Dinge können u.a. für das Pferd furchteinflößend sein: Rollende Geräte mit Kabeln und Schläuchen, Menschen mit Röntgenschürzen, Klötze, auf denen die Hufe abgestellt werden, körperliche Reize u.v.m. Ihr seht hier das Verhalten der Stute vor dem Training sowie ein paar kurze Ausschnitte aus unserem insgesamt 45-minütigen Trainingsverlauf verteilt auf 3 Tage. Trainiert wird meine 28-jährige Ponystute „Sally“.

Das Abhören mit dem Stethoskop ist Teil der Allgemeinen tierärztlichen Untersuchung. Das Stillstehen von mehreren Sekunden pro Abhörzone auf beiden Körperseiten ist jedoch für viele Pferde eine große Herausforderung, insbesondere wenn es bereits mit Stress verknüpft ist. Ich trainiere hier mit meinem 8-jährigen Haflingerwallach „Stino“. Wir nutzen dafür einen Kooperator. Vor dem Training zeigte Stino deutliche Abwehrreaktionen, wie Kopfschlagen und Ausweichen. Im Video seht ihr kurze Ausschnitte aus unserem Training.

Den Hautturgor zu testen ist Teil der Allgemeinen tierärztlichen Untersuchung. Um den Hydrationszustand des Pferdes zu überprüfen, wird eine Hautfalte am Hals des Pferdes gezogen. Der Hydrationszustand ist in Ordnung, wenn die Hautfalte innerhalb von 1-2 Sekunden wieder komplett verstrichen ist. Ich trainiere hier mit meinem 8-jährigen Haflingerwallach „Stino“. Wir nutzen dafür einen Kooperator. „Die Allgemeine Untersuchung ist nicht nur eine nette Nettigkeit sondern eine wichtige Wichtigkeit.“ (Zitat von Samantha Krost-Reuhl, Tierärztin für Pferde) Es gibt keine andere Möglichkeit herauszufinden, was für eine Erkrankung beim Pferd vorliegt. Wenn die Allgemeine Untersuchung nicht stattfinden kann, weil das Pferd bereits dabei nicht kooperiert, hat das dramatische Auswirkungen. Deshalb ist es sehr wünschenswert für alle Beteiligten, wenn jedes Pferd eine Allgemeine Untersuchung kann, möglichst in jeder Lebenslage. Für die AU ist folgende Reihenfolge sinnvoll. Die Reihenfolge im Training sollte allerdings auf das Pferd abgestimmt werden. 1. Halftergriff, Gesicht anfassen und am Hals klopfen 2. Kapillare Rückfüllzeit prüfen 3. Nüsternrand ziehen 4. Episkleralgefäße prüfen 5. Hinter den Ganaschen tasten 6. Hautfalte ziehen am Hals / Hautturgor testen 7. Abhören links 8. Fieber messen 9. Abhören rechts 10. Luftröhre und Kehlkopf tasten 11. Komponenten zusammensetzen / Übergänge und Daueraufbau


